Damen-Toilette

Veröffentlicht in Beruf, Leben mit Tags , , am 9. November 2009 von ederb

Ich könnte mich ja so sehr aufregen! Und das zu Recht! Es ist ja bekannt, dass Damen-Toiletten sogar schlimmer aussehen sollen, als Männer-Toiletten, die in der diskreten Öffentlichkeit ja eigentlich all jene Sauereien ausleben könnten, die ihnen daheim verwehrt werden. Aber nein – Frauen kompensieren auf der öffentlichen Toilette das, was sie zu Hause ihren Männern in haarspalterischer Penibilität vorleben: Reinlichkeit. Auf der öffentlichen Toilette bauen sie dann, wohl wissend was sie und damit der Rest der Weiblichkeit tun, wenn stoffwechsel-bedingte Tätigkeiten anstehen, sogenannte Klopapier-Nester auf der Klobrille, damit ihnen in Zukunft ja kein sensibles Körperteil weggammeln möge.

Unter meinen Kolleginnen gibt es (überall auf der Welt) ähnliche Exemplare. Ich habe noch nie verstanden, warum man Toilettenpapier falsch herum aufhängen muss, wenn man sich überhaupt dazu herablässt, neues aufzuhängen, nachdem man eine Rolle vollständig abgerollt hat (wahrscheinlich um ein Klobrillen-Nest zu bauen). Ich weiss nicht, warum man Tampon-Verpackungen auf den Boden werfen muss oder Popel an die Toilettenwand schmieren muss (denn immerhin hängt da ja eine Rolle Klopapier – kein Popel war je so gross, dass das Papier für seine Entsorgung nicht gereicht hätte). Klobürsten werden nicht angefasst – wer weiss, was andere davor damit gemacht haben! Und wer an die Umwelt denkt und kein Papier-Nest baut, der pinkelt im Stehen, wobei sich hier weibliche Anatomie und Toilettenkonstruktion grundsätzlich ausschliessen.

All das erschüttert seit je her mein Vertrauen den Kolleginnen gegenüber auf das Tiefste. Sitze ich mit ihnen zusammen, weiss ich, dass mindestens eine von ihnen eine Klo-Soziopathin ist.

Heute Abend liess es sich nicht vermeiden, dass ich vor dem Heimweg nochmal den Ort des Grauens aufsuchen musste. Ich betrete eine der zwei Toilettenzellen und traue meinen Augen kaum. Das mag paranoid klingen, aber ich erleide seichte Panikattacken, wenn auf einer Damen-Toilette der Klodeckel heruntergeklappt ist. Das Risiko, darunter ein Gemetzel zu entdecken, das aus reiner Faulheit nicht behoben wurde, ist gross. Heute Abend war der Klodeckel heruntergeklappt. Und wie zum Hohn steht auch noch eine leere Klopapierrolle auf dem Klodeckel. Förmlich kann ich die kranken Gedanken der Arbeitskolleginnen durch den gekachelten Raum schallen hören: „Hahaaaa! Viel Spass beim Erleichtern! Ich muss heute hier nicht mehr auf Klo! Hihiiiii!“ Die Not ist gross und so langsam werde ich sauer. Mit einem Fuchteln befördere ich die leere Klopapierrolle auf den Toilettenboden. So etwas lasse ich mir nicht gefallen – ich lasse mich nicht unterkriegen!

Vorsichtig hebe ich mit zwei Fingern den Klodeckel…

Naja, immerhin. Alles sauber. Toll. Dann kann ich ja… Seltsames Kunstwerk da mit der Klopapierrolle auf dem Klodeckel, denke ich… Da muss jemandem echt langweilig gewesen sein.

Ich will nach dem Klopapier greifen. Ha! KEINE neue Rolle aufgehängt. Weiber! Die Wut wallt neu auf, als ich nach hinten greife, um die Pflichten einer anderen zu erledigen: Meine Güte – es dauert drei Sekunden, so eine Klopapierrolle (richtig herum!) aufzuhängen.

Ich greife ins Leere…


Hm…

Ich habe verstanden: Die Botschaft der leeren Klopapierrolle auf dem heruntergeklappten Klodeckel war:

Kolleginnen, hier gibt es kein Klopapier mehr – benutzt bitte die andere Toilette.

Verdammt.

Apps für das IPhone

Veröffentlicht in Leben mit Tags am 28. Oktober 2009 von ederb

Das Lichtschwert von Luke Skywalker war ja noch ganz lustig. Also… als Applikation für das Eifon. Und nachdem man das Handy dann dreimal fast weggeworfen hatte, während man einen fiktiven Darth Vador aussichtsreich bekämpfte, war es auch wieder gut.

Aber ist es wirklich sinnvoll, den motivierten Eifon-Nutzer an der Sprechmuschel seines Eifones saugen zu lassen (ich meine das so, wie ich das schreibe!), um ihn dann dazu zu bringen, dem Handy einen Spruch zu drücken, der nach einem Bereitschaftton in Ich-habe-an-einem-Helium-gefüllten-Luftballon-genuckelt-Stimme wiedergegeben wird?

Glücklicherweise kostet die Applikation kein Geld.

Mobbing in der Grundschule

Veröffentlicht in Familie mit Tags , , , am 28. Oktober 2009 von ederb

Ein grosses Thema und eine schlimme Sache. Unter Zwölfjährige (denn in der Schweiz geht die Grundschule bis zur 6. Klasse) schikanieren, ignorieren und terrorisieren andere Mitschüler, bis diese schwänzen, erkranken und unglücklich werden.

Hand hoch – wer glaubt, dass die Schüler Schuld sind? Wer ist für die Lehrerschaft und die Schulleitung? Und wie viele hier glauben, dass die Eltern da möglicherweise beteiligt sind?

Gestern betreten wir die neue Aula der Dorf-Grundschule – geladen hat die Schulleitung und der Leiter eines Instituts für Konfliktbewältigung, spezialisiert auf Schulen. Eltern haben eine Untersuchung angestrengt, um endlich etwas zu tun, gegen das Mobbing an ihren Kindern.

Der Saal ist voll, runde Tische sind belegt von ernst und sorgenvoll schauenden Elternteilen, es ist still – alle neu Eintretenden werden begutachtet. Die kleine Lehrerschaft hat sich an einem Tisch ganz, ganz hinten versammelt – also dort, wo im Klassenzimmer die Coolen und Tratscher sitzen, die den Unterricht nicht ganz so ernst nehmen.

Für uns bleiben die ungnädigen Plätze am Tisch der Schulleitung, nur zwei weitere Väter waren mutig genug, um sich hier niederzulassen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Saales sitzen… die Alphatiere – anders kann man den Eindruck, den sie während der Informationsveranstaltung über das Mobbing an der hiesigen Grundschule hinterlassen, nicht zusammenfassen.

Väter sitzen aufrecht, die Arme verschränkt und starrem Blick. Ihre Lippen sind schmal und die Mundwinkel ganz leicht nach unten gezogen. Ihre Frauen reihen sich um sie, alarmierte Hühner, die Arme wie Schilder vor der Mutterbrust. Jedes Wort wird in eine Goldschale gelegt, die völlig falsch kalibriert ist:

Sie sind diejenigen, die das Institut beauftragt haben. Sie sind diejenigen, die erst der Lehrerschaft, dann der Schulleitung und im Lauf des Abends auch dem Konfliktinstituts-Direktor jegliche Kompetenz aberkennen. Sie argumentieren mit „Der Stärkere überlebt“ und „Was einen nicht umbringt, macht einen stark“. Sie sind die Alphatiere des Dorfes. Unter ihnen findet sich natürlich auch die Furie. Keiner widerspricht ihnen, aber alle rollen mit den Augen.

Und dennoch kann nichts die Aussage des Konfliktdirektors ändern: „Es mag Einzelfälle geben, die abweichen, aber insgesamt geht es an dieser Schule völlig normal zu – für eine Gemeinde wie Ihre, in der sich gerade ein Wandel vollzieht.“

Was er meint? Na! Die Ausländer kommen! Die Städter sind da! Transsexuelle und Weltreisende. Menschen, deren Weltbild über den Ortsverein hinausreicht. Persönlichkeiten mit Lebenserfahrungen, die nichts mit der Kartoffelernte zu tun haben. Ganz, ganz schlimme Sache hier. Mobbing! Mobbing der Eingeborenen!

Ich & Ich: Flachdach, äh… Pflaster

Veröffentlicht in Leben mit Tags , , , am 23. Oktober 2009 von ederb

Wenn die Moderatorenzicke beim SWR3 mir neulich Morgen nicht zugeflötet hätte, ich solle mir doch bitte mal die Ohren waschen, wenn ich (und offensichtlich einige andere Radiohörer) den Songtext nicht richtig verstehe, wäre dieser Artikel sicher nicht entstanden.

„Ich & Ich“ ist ne Band. „Pflaster“ heisst ihr neues Lied, das natürlich nun in den Hitparaden rauf und runter geleiert wird, damit die Menschen es möglichst schnell wieder leid sein sollen.

Ein junger Mann versucht dort, mit viel Talent den folgenden Refrain zu singen:

„Du bist das Pflaster für meine Seele,
Wenn ich mich nachts im Dunkeln quäle.
Es tobt der Hass, da vor meinem Fenster
Du bist der Kompass, wenn ich mich verlier’,
Du legst dich zu mir, wann immer ich frier’.
Im tiefen Tal, wenn ich dich rufe, bist du längst da.“

Mag schon sein, dass es kuhl ist, Worte so ein wenig slangisch dahin zu nuscheln und so ein bisschen Ami-Style zu überintonieren… aber wenn man in den ersten zwei Refrains: „FflasdA“ singt anstelle von „PFlastER“, dann klingt das besonders bei Autobahnfahrten eben so… *räusper*… ich singe vor:

„Du bist das Flachdach für meine Seele!“

Schon beim ersten Hören dachte ich: „Junge, ich versteh dich, aber… der Vergleich ist brutal.“

Leider ist es damit nicht getan. Denn wenn man: „Es tooobt dä Hasda vo mainem Fensda“ singt, klingt das in Hochdeutsch-trainierten Ohren nach:

„Es tobt der Hamster vor meinem Fenster!“

Natürlich verliert die Zeile kaum an Dramatik durch dieses Missverständnis (*kicher*), aber: es hat einen Grund, warum dieser Satz in der Mitte dieses lustige kleine Komma hat. „… , da…“ weisst auf einen Lokalsatz hin, eine perfide Variante des Nebensatzes und in diesem Fall auch noch leicht mit einem Kausalsatz zu verwechseln. Auch wenn man es kaum glauben mag, werden Kommata gesprochen. Das ist ihre Existenzberechtigung. Selbst bei schlechtester Aussprache hätte eine klitzekleine Pause nach dem „Hass“ Wunder gewirkt:

„Es tooobt dä Has [...] da vo mainem Fensda“

So ne Sprüche hören heute sogar Ältere wie ich in der U-Bahn oder im Supermarkt und hätten sofort verstanden und Verständnis gezeigt. Also „Ich & Ich“… üben, üben, üben! Dann wird das noch was mit der Gesangskarriere. Reicht dann zumindest für 10jährige, die sowieso noch in der Nach-Schnullerphase sind und eh viel kuhler als wir Alten.

Schweizer Verkehrsregeln 1-13

Veröffentlicht in Leben mit Tags , , am 22. Oktober 2009 von ederb

No. 1: Benutze NIE die rechte Spur! (Die ist böse. Wirklich.)

No. 2: Fernlicht stört den Vordermann nicht – das ist ein Ammenmärchen.

No. 3: Niemals auf dem Beschleunigungsstreifen beschleunigen! Immer erst auf der Fahrspur.

No. 4: Beschleunige immer erst NACH dem Überholen – es reicht, wenn du vorher 1 kmh schneller bist.

No. 5: Wenn 100km/h erlaubt sind, fahre 120km/h – und umgekehrt!

No. 6: Frontbeleuchtung am Auto wird überschätzt. Siehst du nichts mehr, weil die Frontscheinwerfer die Sterne anhimmeln?… … s. Schweizer Verkehrsregel No. 2

No. 7: Bei schlechtem Wetter ist Rechtsüberholen erlaubt. Und Linksüberholen. Und spontanes Abbremsen.

No. 8: Passierst du auf deiner Fahrtstrecke nicht mindestens einen Auffahrunfall, beobachte den Rückspiegel wie ein Adler (vorne passiert eh nichts).

No. 9: Beim Autofahren ist telefonieren verboten! Halte deswegen auf der (einspurigen) Autobahn (ohne Standstreifen) an allen möglichen und unmöglichen Stellen, um das Gespräch dennoch entgegenzunehmen.

No. 10: Auf der Autobahn immer VOR der Abfahrtspur auf 40 kmh abbremsen – wer weiss, wie viele Kilometer einem nach dem Abfahren noch bleiben!

No. 11: Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten nur bei Tageslicht.

No. 12: Strassenschilder sind was für Mimis und Ausländer.

No. 13: Abstand zum Vorder- und Hintermann wird überbewertet. 30 cm reichen. Fahren doch eh alle 124 kmh.

(Ich fahre viel auf der Autobahn. Zu viel.)